Freitag, 16. Mai 2014

Arendt

Hannah Arendt - Staatstheorie

Denken ohne Geländer“
Hannah Arendt wurde 1906 geboren und starb 1975. Sie war durch ihr Verständnis von Politik ihrer Zeit voraus, die die politischen Angelegenheiten romantisierte. Sie kommt aus einer jüdisch assimilierten Familie und musste in der Schule den Antisemitismus der Lehrer ertragen, wogegen sie aber den starken Rückhalt ihrer Mutter hatte. Hannah Arendt wurde ihr eigenens „jüdisch Sein“ erst durch die Anfeindungen der Nazis bewusst. Um ihnen zu entgehen floh sie in die USA, wo sie sich ihre Existenz als Professorin aus dem Nichts aufbauen musste. Ein berühmtes Buch von ihr ist „Elemente und Ursprünge des Totalitarismus“.
Die Hauptintention der Philosophie von Hannah Arendt ist, die Menschen in ihren Unterschieden und ihrem Anders-Sein zu verstehen. Ihr Ziel war die Gestaltung einer gemeinsamen Welt durch Austausch.
Hannah Arendt verfasste weitere Bücher, unter anderem „Eichmann in Jerusalem“. Sie stellt darin fest, dass das Nicht-Nachdenken über etwas gravierende Folgen haben kann. Dies nennt sie die Banalität des Bösen. Hannah Arendt erklärt außerdem, dass die Medien das Verständnis von Gerechtigkeit erschweren. Gerechtigkeit erfordert Zurückhaltung und Freiheit ist gefährlich und schwierig. Das „banale Böse“ entsteht durch das Nicht-Nachdenken des Menschen. Dies kann nicht absehbare Folgen haben, weil so das Böse selbstverständlich wird.

Das Demokratie-Verständnis
Hannah Arendt will Menschen mit ihren Unterschieden und ihrer Andersartigkeit verstehen. Sie möchte eine gemeinsame Welt erreichen, in der sich Menschen austauschen und sich in einander einfühlen können, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. Der Mensch soll frei sein, jedoch bedeutet Freiheit auch den Zwang zur Selbstverantwortung. Eine existentialistische Welt ist durch Freiheit, die Pflicht selbst wählen zu müssen und die Tatsache, dass das Leben nicht von Gott vorgegeben ist, gekennzeichnet. Die Voraussetzung für Frieden ist (nach Arendt) die Demokratie. Es muss immer unterschiedliche Meinungen und den Austausch zwischen diesen geben. Der Mensch muss über ein Urteilsvermögen verfügen und andere Menschen verstehen können, um an der Politik teilnehmen zu können.

Der Eichmann-Prozess
Hannah Arendt wollte die Beweggründe Eichmanns nachvollziehen, um zu verstehen, warum ein Mensch so handelt, wie er es getan hat. Letzten Endes befürwortete sich seine Hinrichtung, weil Eichmann sich seiner Verantwortung entzog und die Tode der Opfer in Kauf nahm. Außerdem wurde Arendt, vor dem historischen Kontext des Nationalsozialismus, von den Nazis verfolgt und könnte dies als eine Art „Rache“ gesehen haben. Dennoch wurde die Meinung Arendts heftig umstritten, da ihr viele Juden vorwarfen, dass sie, als Vertreterin des Judentums, Eichmann verteidigte. Dieser begründete sein Verhalten damit, dass er lediglich Befehle ausgeführt habe und nicht über die Konsequenzen oder die Handlungsanweisungen nachgedacht bzw. nicht in Frage gestellt habe. Daraus zog Arendt auch Schlussfolgerungen für die SS (Schutzstaffel) der Nazis. In dieser Instanz gab es Wenige, die wirklich Verantwortung im Konzept trugen. Die restlichen Beteiligten waren eher „Schreibtischtäter“.

Der Mensch wird zum gesellschaftlichen Wesen
In ihren Ausführungen beschäftigt sich Arendt mit der Staatenbildung im alten Griechenland/Rom und den Veränderungen der Neuzeit.
Als im alten Griechenland Stadt-Staaten und der öffentliche Bereich entstanden, wurde die Macht und der Besitz des Privaten, der Familie und des Haushalts zurückgedrängt. Der „häusliche Herd“ war jedoch heilig, denn der Mensch braucht eine eigene Stätte, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.
Die Sphäre des Haushalts umfasst das Zusammenleben von Menschen und die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse und Lebensnotwendigkeiten. Der Mann arbeitet dabei und sorgt so für Nahrung und die Frau sichert durch das gebären die Fortpflanzung und das Weiterbestehen der Familie. Die Sphäre des Haushalts stellt also den Drang und Trieb des Lebens dar und ist gleichzeitig eine menschliche Notwendigkeit.
Diese Sphäre ist die Grundlage für den Raum der Polis (Politik), jedoch sind beide Bereiche streng getrennt.
Der Raum der Polis oder das Reich der Freiheit wird durch die Beherrschung der Lebensnotwendigkeiten des Haushalts bedingt. Die Politik ist jedoch nicht notwendig für das Wohlergehen der Gesellschaft.
In der Neuzeit verschwindet allerdings die, vorher klare, Kluft zwischen Haushalt und Politik. Während sie im Mittelalter noch irgendwie vorhanden war, wird der Unterschied mit der Zeit immer kleiner. Dafür entsteht der Raum des Gesellschaftlichen. Dazu kommt es, weil das innere des Haushalts an die Öffentlichkeit trat und sich die Begriffe so veränderten. Das Leben reduziert auf das eigene Haus wird nicht mehr als „idiotisch“ bezeichnet und ist auch nicht gleichbedeutend mit der Nicht-Beteiligung am politischen Leben. Der Mensch kann im eigenen Haushalt kein Leben des Rückzugs aus der Gesellschaft führen. Stattdessen wird der Haushalt zu einer Sphäre der Intimität.
In der Antike war das Private nur privat. Hatte ein Mensch keinen Zugang zum öffentlichen Leben, wurde er kaum als Mensch wahrgenommen. Die private Seite des Lebens raubte dem Menschen die die höchsten Möglichkeiten und Fähigkeiten.
In der Neuzeit gab es dann eine Bereicherung der Privatsphäre, die sich von Gesellschaft und Politik abhebt, was die Antike noch nicht kannte.
Aus dieser Veränderung resultiert die „Herrschaft des Niemand“. Dies beschreibt die hypothetische Einheitlichkeit des ökonomischen Gesellschaftsinteresses einer despotischen (totalitären) Herrschaft, die nicht an eine Person gebunden ist (Bürokratie). Diese am wenigsten Nicht-Herrschaft kann jedoch grausam und tyrannisch werden.
Die Folge davon ist, dass sich Menschen nur noch verhalten und nicht mehr handeln. Die Gesellschaft schließt das Handeln aus und ersetzt es durch das Sich-Verhalten. Es gibt Erwartungen von bestimmtem Verhalten für alle. Durch Regeln wird vorgeschrieben, wie sich der Einzelne gesellschaftlich zu normieren hat. Der Einzelne wird also gesellschaftlich gemacht und soll nicht mehr spontan handeln oder hervorragende Leistungen bringen.
Die Massengesellschaft zeigt diese Macht des Gesellschaftlichen. Dadurch, dass alle Mitglieder einer Gesellschaft erfasst werden, gibt es Kontrolle. Die Massengesellschaft zeigt den Sieg der Gesellschaft, weil es in einem bestimmten Stadium keine Gruppen mehr gibt, die sich außerhalb der Gesellschaft befinden. Der Sieg der Gleichheit bedeutet die juristische und politische Anerkennung der Tatsache, dass die Gesellschaft die Öffentlichkeit erobert hat. Die Folge davon ist, dass alle Auszeichnungen und Besonderheiten zur Privatangelegenheit des Einzelindividuums werden.
Der gesellschaftliche Konformismus verwandelt die handelnden Menschen in sich-verhaltende Gruppen. Die Nationalökonomie beschäftigt sich mit dem Entstehen von Gesellschaft und benutzt zu diesem Zweck die Stochastik. Diese setzt wiederum die Berechenbarkeit von menschlichem Verhalten und Angelegenheiten selbstverständlich voraus.

Der Verlust politischer Initiative durch das Aufkommen der Massengesellschaft
Für Hannah Arendt beschreibt das Wort „Handeln“ einen kreativen, angeborenen und kommunikativen Akt des freien Einzelnen, der so einen gestalterischen Beitrag zum Gemeinwesen und dessen Gelingen beiträgt.
Konformismus ist ein Merkmal aller Gesellschaften, was jedoch nicht erkannt wurde und deswegen zu Rebellionen (Rousseau / Romantik) für das Intime geführt hat. Dies geschah jedoch, bevor das „Prinzip der Gleichheit“ die sozialen und politischen Instanzen einnehmen könnte und womit Konformismus eigentlich begründet wurde.
In einer Nation ist es jedoch nicht relevant, ob diese aus Gleichen oder Ungleichen besteht, da die Gesellschaft von allen ihren Mitgliedern verlangt, dass sie sich wie Familienmitglieder verhalten. Das bedeutet, dass sie nur ein einziges gemeinsames Interesse und eine Ansicht vertreten.
In der Neuzeit verfällt die Familie jedoch immer mehr. Vorher wurde die einheitliche Meinung und das Interesse durch das Familienoberhaupt repräsentiert. Diese Herrschaft verhinderte außerdem Meinungsverschiedenheiten und Interessenskonflikte der Familie.
Der Aufstieg des Gesellschaftlichen fand allerdings gleichzeitig mit dem Verfall der Familie statt. Dies lässt sich damit erklären, dass die Familie von den gesellschaftlichen Gruppen absorbiert wurde, die ihr sozial entsprachen und ein ähnliches Lebensniveau hatten.
Allerdings bedeutet die Gleichheit zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft nicht die Ebenbürtigkeit (Sich-unter-seinesgleichen-Befinden) der Politik. Die Gleichheit innerhalb einer Familie findet unter der autoritären Macht es Familienoberhaupts statt. Die Herrschaft wird also ausgeführt durch einen Einzelnen, der das gemeinsame Interesse (die gemeinsame Meinung) repräsentiert. Eine Gesellschaft braucht dies jedoch nicht, weil dort die natürliche Kraft von Familieninteressen addiert und so verstärkt wird. Deswegen ist keine Herrschaft des Einzelnen nötig und stattdessen gibt es eine „Stoßkraft des Interesses“.
Der Konformismus beschreibt letzten Endes nur die völlige Einstimmigkeit in voller Freiwilligkeit, die das letzte Stadium dieser Entwicklung darstellt.

Zusammenfassung


Handeln
Das nach eigenen Vorstellungen (frei) und (für die Gesellschaft) verantwortliche Handeln

Sich-Verhalten
Das Sich Richten nach gesellschaftlichen Normen

durch:
Die Gesellschaft fordert von ihren Mitgliedern vorgegebene Verhaltensweisen. Wer als freies Individuum handeln und existieren will, wird von der Gesellschaft ausgeschlossen.

Definition des Niemand
Normal bedeutet durch die Kultur und Gesellschaft genormt zu sein. Anormal/Asozial zu sein beschreibt wiederum ein Individuum, das den gesellschaftlichen Normen nicht entspricht und so eine Ausnahme darstellt.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Hobbes

Thomas Hobbes - Staatstheorie

Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“

Selbsterhaltung durch den absoluten Herrscher
Hobbes vertritt in seiner Theorie die These, dass Wissen Macht ist. Deswegen braucht der Staat eine oberste Herrschaftsgewalt. Ohne diese würden die Menschen zurück in ihren Naturzustand sinken, was bedeutet, dass jeder Krieg mit jedem führt.
Der Frieden ist das letzte und notwendige Ziel der Politik, der notwendige Zweck darin liegt in dem Überleben und der Selbsterhaltung das Menschen. Nach Hobbes kann aber nur eine absolute Macht den Frieden und die Sicherheit herstellen, da dies in der Natur des Menschen liegt.
Die Verkörperung der höchsten und umgreifenden Macht, die auch Politik und Religion mit einschließt, nennt Hobbes Leviathan. Diese ist zum Schutz und der Verteidigung der Menschen da, stellt jedoch keine Macht dar, die auf Gottesgnadentum oder einer Ständegesellschaft aufbaut. Die Grundlage dieser Macht ist das Volk und damit jeder Einzelne. Damit dies funktionieren kann, gibt jeder Bürger sein Recht auf Selbsterhaltung an den „künstlichen Menschen“ Leviathan ab, indem er einen Unterwerfungsvertrag unterschreibt. Dies ist ein hoher Preis für Frieden, jedoch behält der Bürger weiterhin alle wichtigen Freiräume.

Der Staat (Leviathan) als Analogie zum menschlichen Körper

Der unbeherrschte Mensch
Hobbes stellt in seiner Theorie fest, dass sich die Menschen in bestimmten Dingen unterscheiden, jedoch eigentlich alle gleich sind. Kein Mensch kann Vorteile erreichen, die dem Anderen (zumindest in der Theorie) nicht möglich wären. Klugheit entsteht durch die Erfahrung der Beschäftigung mit Dingen und dazu haben alle Menschen die Gelegenheit.
Die Natur des Menschen ist es, dass sie die Fähigkeiten der Anderen anerkennen, sich aber für überlegen halten. Der Grund dafür ist, dass der Mensch seinen eigenen Verstand nur von Nahem und nicht mit Entfernung sehen kann. Haben Menschen einen die gleichen Fähigkeiten und die gleichen Hoffnungen, dann entsteht Rivalität (Feinde, Neid, Kampf). Dies bewirkt ein gegenseitiges Misstrauen. Die Sicherung des eigenen Lebens und der eigenen Möglichkeiten soll dann durch die Unterwerfung anderer gewährleistet werden, bis man selbst die größte Macht inne hat. Dies ist das Verhalten des Menschen im Naturzustand. Die Machtgierigen rauben die Zufriedenen aus, woraus eine Notwendigkeit der Selbstverteidigung entsteht.
Die Problematik des menschlichen Zusammenlebens ist, dass es kein Vergnügen sein kann, wenn es keine Macht gibt, die alle einschüchtert. Die Gründe dafür sind Konkurrenz (Gewinn), Misstrauen (Sicherheit) und Ruhmsucht (Ansehen). Daraus kann der Kriegszustand („Krieg eines jeden gegen jeden“) entstehen. Das Wesen des Krieges sind jedoch nicht die Kampfhandlungen, sondern die allgemein bekannte Bereitschaft solche, auch über längere Zeit hinweg, zu zeigen. Für den Menschen gibt es dann keine andere Sicherheit, als die durch die eigene Stärke und Erfindungskraft. So kommt es zum Stillstand des gesellschaftlichen Lebens und Fortschritts und der Mensch leidet unter einer permanenten Todesangst.

Naturrecht und Naturgesetz

Der Mensch hat nach Hobbes das natürliche Recht und die Freiheit die eigene Natur zu erhalten. Das bedeutet, dass er seine eigene Macht und den eigenen Willen zu Erhaltung einsetzen darf und auch alle Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, nach Vernunft und Urteil benutzen darf.
Die Freiheit bedeutet in diesem Fall die Abwesenheit äußerer Hindernisse. Diese Hindernisse entfernen Teile der menschlichen Macht. Die restliche Macht darf der Mensch frei nutzen (nach dem Urteil der Vernunft).
Das Gesetz der Natur (lex naturalis) ist eine Vorschrift und allgemeine Regel, die besagt, dass der Mensch das eigene Leben nicht vernichten darf und die lebensnotwendigen Mittel erhalten soll.
Bei Hobbes gibt es also einen Widerspruch zwischen Recht und Gesetz. Das Recht beinhaltet die Freiheit etwas zu tun oder zu lassen und das Gesetz beschreibt die Pflicht etwas zu tun oder zu lassen.
Nach diesem Prinzip lässt sich der Zustand des Krieges veranschaulichen. Jedermann hat dann das Recht auf alles und es gibt keine Sicherheit mehr, sondern nur den Überlebenskampf.
Hobbes hat außerdem allgemeine Regeln der Vernunft aufgestellt, die aus zwei Gesetzen der Natur bestehen.
Das erste Gesetz der Natur besagt:
Jedermann hat sich um Frieden zu bemühen, solange dazu Hoffnung besteht. Kann er ihn nicht herstellen, so darf er sich alle Hilfsmittel und Vorteile des Krieges zu schaffen machen und sie benützen.“
Dieses Gesetz sagt aus, dass die Hoffnungslosigkeit im Hinblick auf Frieden den Krieg legitimiert, wenn die Bemühungen erfolglos bleiben. Dieses Gesetz beruht auf einem anderen Gesetz und einem anderen Recht, nämlich:
1. Gesetz: Die Suche und Erhaltung des Friedens → „Suche den Frieden und halte ihn“
1. Recht: Die Befugnis zur Verteidigung → „Wir sind befugt, uns mit allen Mitteln zu verteidigen.“
Das zweite Gesetz der Natur sagt folgendes:
Jedermann soll freiwillig, wenn andere ebenfalls dazu bereit sind, auf sein Recht auf alles verzichten, soweit er dies um des Friedens und der Selbstverteidigung willen für notwendig hält, und er soll sich mit so viel Freiheit gegenüber anderen zufrieden geben, wie er anderen sich gegenüber selbst einräumen würde.“
Dieses Gesetz leitet sich aus dem ersten Gesetz ab und schildert, dass der Mensch freiwillig auf sein Recht auf alles (im Krieg) verzichten soll. Außerdem soll er sich auch nur so viel Freiheit nehmen, wie er anderen auch geben würde. Dieses Gesetz soll die grundlegende Friedensbereitschaft der Menschen zeigen.

Die Autorisierung eines absoluten Herrschers
Hobbes geht (wie schon gesagt) davon aus, dass der Mensch eine allgemeine Gewalt benötigt. Während die Übereinstimmung der Tieren natürlich ist, muss die Übereinstimmung der Menschen durch einen künstlichen Vertrag gesichert werden. Dieser Vertrag stellt die Notwendigkeit einer allgemeinen Gewalt dar, die das Ziel verfolgt die Handlungen zum Gemeinwohl und zur Sicherheit aller zu lenken.
Die Menschen übertragen deswegen ihre Macht und Stärke einer Person oder Versammlung. So wird der Einzelwille durch die Stimmmehrheit auf einen Willen reduziert. Der Souverän bestimmt und handelt für den allgemeinen Frieden und die Sicherheit. Alle anderen müssen sich diesem Urteil unterwerfen und es über den eigenen Willen stellen. Dazu formuliert Hobbes den Unterwerfungsvertrag:
„Ich autorisiere diesen Menschen oder diese Versammlung von Menschen und
übertrage ihnen mein Recht mich zu regieren, unter der Bedingung, dass du ihnen ebenso dein Recht überträgst und alle ihre Handlungen autorisierst.“
Diese wirkliche Einheit alle in ein und derselben Person ist dann der Staat, der eine Einheit durch den Vertrag eines jeden mit jedem geworden ist.
Das Wesen des Staates ist die Erzeugung des Leviathan (eines sterblichen Gottes), welcher durch Autorität die Macht und Stärke erreicht. Das menschliche Verhalten wird durch Schrecken gesteuert, um den Frieden zu bewahren.
Das Oberhaupt des Staates ist der Souverän, der die höchste Gewalt besitzt. Alle anderen sind seine Untertanen. Die Aufgabe des Souveräns ist die Sicherheit des Volkes, was jedoch nicht nur seine bloße Erhaltung, sondern auch andere Annehmlichkeiten beinhaltet. Durch die Kraft des natürlichen Gesetzes und die Rechenschaft vor Gott ist der Souverän dazu verpflichtet. Es gibt jedoch auch Gesetze für den Einzelnen, damit er seine Angelegenheiten klären kann und keine Sorge wegen eines Einzelnen aufkommen muss. Wird der Staat aber aufgelöst, fällt der Mensch zurück in den Naturzustand, was mit Krieg gleichzusetzen ist. Deswegen ist es die Aufgabe des Souveräns die Erhaltung der Gesetze in ihrer Gesamtheit zu gewährleisten. Das bedeutet sie, sollte der Krieg ausbrechen, auf jemand anderen zu übertragen oder sie niederzulegen. Auch der Souverän ist im Fall des Krieges den bürgerlichen Rechten unterworfen.
Bei Hobbes nimmt die Gewalt die Position der obersten Gerichtsbarkeit ein. Es werden Beamte und Staatsdiener für Krieg und Frieden ernannt und die staatspolitische Notwendigkeit von von Steuern und Soldaten hinterfragt. Weiterhin werden Lehren bestimmt, die mit Krieg und Frieden vereinbar sind. Die Rechtfertigung der souveränen Macht ist durch die Sicherung von Frieden und Selbsterhaltung der Bürger festgesetzt. Die Kündigungsbedingungen des Unterwerfungsvertarges sind, dass der Herrscher die Sicherheit des Volkes nicht mehr gewährleistet und der Mensch dann zurück in den Naturzustand fällt (→„der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“).

Mittwoch, 14. Mai 2014

Jonas

Hans Jonas - Ethik

Die Theorie

Die Theorie nach Hans Jonas bezieht sich auf eine Ethik der Verantwortung und beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit des menschlichen Lebens. Zu diesem Zweck hat Jonas den kategorischen Imperativ umgeformt.

Die Rolle der Technik
Früher ist die Technik aus der Notwendigkeit des menschlichen Überlebens entstanden. Heute ist es jedoch so, dass der Mensch die Technik nutzt und voran treibt, um den Fortschritt immer weiter auszubauen. Die Technik ermöglicht es dem Menschen über Dinge und andere Menschen zu herrschen.

Die Veränderung des kategorischen Imperativs

Formulierung des neuen Imperativs
Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens“
Der Begriff „Permanenz“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es immerwährend und unauslöschlich ist. Das Wort „echt“ soll ausdrücken, dass es um das Weitergeben von Wissen, die Erhaltung bestehender Moralvorstellungen und ein würdevolles Leben der Menschen in Zivilisation geht.

Verantwortungsethik
Für Hans Jonas ist der Mensch verantwortlich für sein Handeln. Er soll kein Leid für die jetzigen Mitmenschen, aber auch kein Leid für zukünftige Generationen auslösen und die Nachhaltigkeit und Folgen seiner Handlung überdenken. Das Ziel einer Generation soll es sein, mindestens die gleiche Lebensqualität für die zukünftigen Generationen zu erhalten, wie die Menschen jetzt genießen können.
Das Grundproblem dabei ist jedoch der Wandel der Technik. Den Menschen geht es nur noch um den Fortschritt der Technologien, da diese mehr Macht und damit auch die Herrschaft über Menschen bedeuten. Jedoch kann technischer Fortschritt auch zu Zerstörung führen.

Die Heuristik der Furcht
Die „Heuristik der Furcht“ ist eine Methode der Wahrheitsfindung, mit der etwas (z.B. Regeln) vorläufig aufgestellt wird, um weitere Fragestellungen zu ermöglichen.
Der Mensch weiß nur, was er schützen muss, wenn er sich bewusst ist, dass es eine Gefahr gibt. Außerdem erkennt der Mensch das Schlechte eher als das Gute, da es beim Schlechten oder Schlimmen weniger Meinungsverschiedenheiten gibt und der Mensch es erkennt und nicht suchen muss. Alleine die Anwesenheit des Schlimmen sorgt dafür, dass der Mensch etwas dagegen tut.
Das Gute kann anwesend und dabei aber unauffällig sein. Der Mensch weiß meist erst was gut ist, wenn er weiß, was er nicht will. Das Gute ist ein Zustand der nicht verändert werden soll, nach dem der Mensch also nicht aktiv sucht und der für jeden Menschen aber auch etwas anderes bedeuten kann.

Kant

Immanuel Kant - Ethik

Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

Das Ziel bei Aristoteles war die Glückseligkeit. Um diese zu erreichen stellte er drei Lebensformen dar. Die Eine war philosophisch/betrachtend und führte zur Weisheit. Die Zweite war eine politische Lebensform, durch die der Mensch Ehre erreichen konnte. Die letzte Lebensform war die des Genusses, die auf die Lust ausgerichtet war.
Bei Aristoteles leiten Vorbilder die Menschen, was Erfahrung und Weisheit erfordert. Der Mensch soll das Mittelmaß und den Mittelweg wählen und keine Extreme ausleben.
An dieser Sichtweise kritisiert Kant einige Dinge. Er merkt an, dass Glück für jeden Menschen etwas anderes bedeutet und das festlegen auf bestimmte Lebensformen voraussetzen würde, dass der Mensch und das Vorbild für jeden einen Ratschlag hat. Außerdem ist Kant gegen die Heteronomie, also die Fremdbestimmung von außen, weil nicht jedes Vorbild zwangsläufig auch weise und erfahren sein muss. Auch die Entscheidung für das Mittelmaß erfordert, dass der Mensch dieses erkennt, jedoch ist nicht gewährleistet, dass der Mensch dies auch kann.
Für Kant gibt es jedoch Alternativen, die seine Kritik berücksichtigen. Für den Menschen sollte es ein einziges Gesetz geben, das allgemein und moralisch ist. Weiterhin sollte der Mensch über Autonomie verfügen, also selbstbestimmt sein, da der Mensch auch ohne Erfahrung verstehen kann.

Der kategorische Imperativ
Handlie so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“
Eine Maxime meint in diesem Zusammenhang eine subjektive Verhaltensregel oder ein Gesetz, nach dem der Mensch wirklich handelt. Es ist ein subjektives Prinzip des Wollens und dementsprechend eine Frage des Willens und des Wollens. Das jederzeit bedeutet, dass dieses Prinzip für immer gilt und die Benutzung des Konjunktivs könne stellt dar, dass der Mensch nicht gezwungen wird so zu handeln, er muss es also nicht. Da Kant gegen die Fremdbestimmung war, sieht er den menschlichen Willen als autonom an und sagt „Wir machen die Gesetze, denen wir gehorchen, selbst“. Der Mensch gehorcht also einem selbst auferlegtem Gesetz.
Der kategorische Imperativ ist nach Kant das höchste Prinzip der Moral. Alle Handlungen des Menschen müssen allgemeingültig sein. Die eigene Handlung kann immer ein allgemeines Gesetz werden, dass für alle Menschen gelten könnte. Bei der moralischen Bewertung einer Handlung spielen die Folgen, das Nutzen oder das Glück keine Rolle und die Handlung kann auch nicht von Erfahrungen geprägt sein, denn diese können gegensätzlich sein. Stattdessen ist es „a priori“, also eine Entwicklung des von Geburt an vorhandenen Verstandes.
Eine Handlung nach dem kategorischen Imperativ ist eine Handlung, die einfach gut ist und aus dem guten Willen heraus geschieht. „Handle so, dass du die Menschheit in deiner Person als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals nur als Mittel brauchst“. Dieser Satz drückt aus, dass der Mensch unter allen Umständen selbst Zweck bleiben muss, um seine Würde zu erhalten.

Wir machen die Gesetze, denen wir gehorchen, selbst
Der Wille eines Menschen ist zuerst den eigenen und dann den allgemeinen Gesetzen unterworfen. Das eigene Gesetz ist verpflichtend, während ein allgemeines Gesetz nur verbindlich ist. Nach Kant muss ein Gesetz Interesse wecken, wenn es nicht vom Menschen selbst kommt (Reiz oder Zwang). Die Gesetzgebung jedoch muss in jedem Menschen selbst sein (im Willen verankert), denn darauf besteht die Moralität.
Das Prinzip der Autonomie besagt, dass der Wille der eigenen Maxime auch allgemeines Gesetz werden können soll. Die Maxime der Vernunft und des eigenen können also auch allgemeingültig sein. Dies kann einem jedoch auch selbst schaden, da kein praktischen Beweggrund oder ein Vorteil Grund für die Handlung ist, sondern die Erhaltung der Würde eines vernünftigen Wesens.

Ode an die Pflicht
Kant versteht den Menschen als freie und sittliche Persönlichkeit. Die Pflicht selbst führt keine Einschränkung bei sich, aber verlangt doch Unterwerfung. Aus Pflicht werden Gesetze und unnachlässliche Bedingungen aufgestellt. Sie ist ein Teil der Sinnwelt, was den Menschen an eine Ordnung der Dinge knüpft. Die Persönlichkeit ist die Freiheit und Unabhängigkeit von der Natur, also die Autonomie. Der Wert der Gegenstände ist nach moralischen Ideen bezeichnet. Moralische Gesetze wiederum sind heilig. Der Mensch darf alles zum Mittel gebrauchen, ist aber selbst der Zweck der moralischen Gesetze. Diese Achtung soll dem Menschen den Mangel der Angemessenheit des menschlichen Verhaltens bemerken lassen. Unschädliche Lügen bewirken aber, dass wir uns nicht selbst verachten.

Der gute Wille ist ohne Einschränkung gut
Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille“
Nicht das Erreichen eines Zweckes ist von Bedeutung für die Wertung einer Handlunng, sondern der gute Wille zur Erreichung eines Zwecks. Selbst wenn jemand mit wenig Talent oder Mitteln beim Erreichen scheitert gilt dies, denn die Nützlichkeit oder die Fruchtlosigkeit der Handlung ist nicht relevant für die moralische Bewertung. Nur der Wille, der dieser Handlung zugrunde liegt ist relevant, bzw. die Frage, ob dieser gut ist. Die Handlungen, die dem guten Willen zugrunde liegen, sollen nicht bloß ein Wunsch bleiben, sondern mit der Aufbietung aller Mittel, die zur Verfügung stehen, versucht werden zu erreichen.

Pflicht und Achtung für das Gesetz
Handlungen, die wirklich pflichtgemäß sind, haben keine Neigungen, denn die Pflicht entspricht dem guten Willen. Jedoch können pflichtgemäße Handlungen auch aus selbstsüchtiger Absicht entstehen. Dies ist einfach zu erkennen, wenn diese mittelbar (langfristig) sind, aber schwer zu erkennen, wenn diese mittelbar (kurzfristig) sind. Ein Beispiel dafür ist ein Kaufmann, der faire Preise macht. Er tut dies nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus einer eigennützigen Absicht (Geld).
Handlungen, egal wie pflichtgemäß oder liebenswürdig sie sind, haben keinen sittlichen (moralischen) Wert, solange sie mit eigener Zufriedenheit oder eigenem Nutzen verbunden sind. Handlungen können erst dann einen moralischen Wert haben, wenn sie aus der totalen Unempfindlichkeit entstehen.

Dienstag, 13. Mai 2014

Utilitarismus

Utilitarismus - Ethik
Ausrichtung des moralischen Handelns an der Nützlichkeit
das größte Glück der größten Zahl („Greatest happiness principle“)

Jeremy Bentham

Das Prinzip der Nützlichkeit

Nach Jeremy Bentham entscheiden Leid und Freude über die menschlichen Entscheidungen. Sie bestimmen, was der Mensch tun soll und was er tun wird. Daher bilden sie den Maßstab für richtig und falsch und sind gleichzeitig eine Kette der Ursachen und Wirkungen, die die Menschen in allem beherrschen.
Das Prinzip der Nützlichkeit übernimmt das Ziel, die Glückseligkeit durch Vernunft und recht zu ermöglichen.
Die Grundlage dafür ist die Billigung oder Missbilligung jeder Handlung. Dies betrifft jedoch nicht nur die Handlung einer Person, sondern alle Handlungen (Regierung, Gemeinschaft). So wird das Glück der Gruppe vermehrt oder vermindert.
Die Handlung soll durch die Eigenschaften an einem Objekt Gewinn, Vorteil, Freude, Gutes oder Glück hervorbringen und die Gruppe vor Unheil, Leid, Bösem und Unglück schützen, sofern die Gemeinschaft auch als solche handelt. Das Individuum erreicht so auch sein eigenes Glück.
Die Gemeinschaft stellt bei Bentham einen fiktiven Körper aus Einzelpersonen dar. Das Interesse der Gemeinschaft ist dabei die Summe der Interessen der verschiedenen Glieder. Das Interesse des Individuums wiederum trägt zur Gesamtsumme seiner Freuden bei und vermindert Leid. Nach Bentham entspricht eine Handlung dem Prinzip der Nützlichkeit, wenn es eine innere Tendenz gibt, das Glück der Gemeinschaft zu vermehren.
Die Anhänger des Prinzips der Nützlichkeit billigen die Übereinstimmung der Handlungen mit den Gesetzen oder geboten der Nützlichkeit und missbilligen die Nicht-Übereinstimmung der Handlung mit den Gesetzen und Geboten der Nützlichkeit. Eine Handlung nach dem Prinzip der Nützlichkeit ist demnach eine Handlung, die getan werden soll und keine Handlung, die nicht getan werden soll.

John Stuart Mill

Was heißt Nützlichkeit?
Die Grundlage der Moral ist die Nützlichkeit und das Prinzip des größten Glücks.
Mill ist der Auffassung, dass Handlungen moralisch richtig sind, wenn sie Glück fördern. Andersherum sind sie moralisch falsch, wenn Glück vermindert wird. Dabei meint Glück die Lust und das Frei sein von Unlust. Unglück ist also Unlust und das Fehlen von Lust.
Die Theorie der Moral von Mill sagt, das als Endzweck der menschlichen Handlung nur die Lust und das Frei sein von Unlust gelten kann. Alle anderen wünschenswerten Dinge sind dies, weil sie selbst lustvoll sind, oder weil sie ein Mittel zur Beförderung von Lust und zur Verminderung von Unlust sind. Einige Arten der Freude sind aber wünschenswerter und wertvoller als andere. Diejenigen sind wünschenswerter, die von allen bevorzugt werden.
Bei der Wertbestimmung einer Handlung spielen sowohl die Qualität also auch die Quantität eine Rolle. Eine Handlung hat höhere Qualität, wenn eine Freude, trotz möglicher größerer Unzufriedenheit, vorgezogen wird. Diejenigen, die mit zwei Dingen gleichermaßen bekannt und für diese empfänglich sind, entscheiden auf Grund ihrer Lebensweise, weil sie nicht „abgestuft“ werden wollen. Sie würden das, was sie anderen voraus haben, nicht für die vollständige Erfüllung aller Wünsche aufgeben. Tun sie dies doch, dann nur beim äußersten Unglück.

Die höher begabten Wesen verlangen mehr zu ihrem Glück, sind aber auch zu größerem Leiden fähig und diesem im höheren Maße ausgesetzt. Trotzdem wird ein solches Wesen niemals in eine niedrige Daseinsweise absinken wollen.
Ein niedriges Wesen wiederum hat die besten Aussichten, um vollständig zufrieden gestellt zu werden. Das höhere Wesen hat das Gefühl, dass alles Glück unvollkommen ist. Es lernt mit der Unvollkommenheit zu leben und andere nicht zu beneiden. Das niedrige Wesen ist sich der Unvollkommenheit nicht bewusst, weil es sich keine Vorstellung von der Vollkommenheit machen kann und auch keinen Vergleich hat.
Gelegentlich gibt es die Versuchung, der niedrigen Befriedigung der Höheren vorzuziehen. Dies ist in Ordnung, wenn sie mit der vollen Anerkennung der inneren Überlegenheit der höheren Befriedigung vereinbar ist.
Charakterschwäche liegt jedoch dann vor, wenn die Entscheidung bei der Wahl zwischen zwei sinnlichen oder zwischen einer sinnlichen und einer geistigen Freude auf das nähere Gute mit geringerem Wert fällt. Dann werden niedrigen Freuden den Höheren unbewusst vorgezogen.
Niedrige Freuden sind die Einzigen, die niedrigen Wesen erreichbar erscheinen und zu deren Genüssen sie noch fähig sind. Sie sind nicht mehr fähig zu Höheren Genüssen, da sie nur einem widmen. Die Folge davon ist, dass die höheren Bedürfnisse und geistigen Interessen absterben. Es fehlt an Zeit und Gelegenheit diese zu pflegen, weil diese Erfüllung an die Gesellschaft und den Beschäftigungsstand des Individuums gebunden ist.
Nach dem Prinzip des größten Glücks ist ein Leben, dass soweit wie möglich frei von Unlust und in quantitativer wie qualitativer Hinsicht so reich wie möglich an Lust ist, ein Maßstab, um die Qualität zu messen und die Quantität zu vergleichen. Dies ist jedoch an die Bevorzugung der anderen gebunden.
Dieses Leben stellt daher den Endzweck des menschlichen Handelns, der Norm und der Moral dar. Es zeigt die Gesamtheit der Handlungsregeln, um das bereits genannte Leben möglich zu machen.
Das Glück meint jedoch nicht nur das Glück des Handelnden selbst, sondern das Glück aller Betroffenen. Der Utilitarismus nach Mill fordert die Unparteilichkeit von jedem Handelnden.
Das Prinzip der Nützlichkeit wiederum fordert, dass die Gesetze und gesellschaftliche Verhältnisse das Glück oder die Interessen jedes Einzelnen so weit wie möglich mit den Interessen des Ganzen in Übereinstimmung bringen. Die Erziehung und öffentliche Meinung soll ihren Einfluss dazu verwenden, in jedem Einzelnen eine unauflösliche gedankliche Verknüpfung herzustellen und zwar zwischen dem eigenen und dem allgemeinen Glück.

Vergleich von Bentham und Mill

Ethik

Ethik

Die Frage nach dem richtigen Handeln, den Werten und Normen und der Moral.


Epikur

Epikur - Ethik

Der Philosoph
Epikur wurde 341v.Chr. Auf Samos geboren und starb 271v.Chr. In Athen. Demnach wurde er 70 Jahre alt. Epikur war ein griechischer Philosoph und der Begründer des Epikureismus. Er war ein Vertreter des Hedonismus, was bedeutet, dass er sich an der Lust orientierte.

Lust als Lebensziel
Für Epikur bildete die Lust das höchste Lebensziel. Dabei beschreibt der Begriff „Lust“ den Zustand des Wohlbefindens und der Vollkommenheit. Trifft der Mensch also die richtigen Entscheidungen, kann er ein lustvolles Leben führen.
Dafür ist es erforderlich, dass der Mensch genau über seine Handlungen nachdenkt und dann die richtigen Entscheidungen trifft. Dabei sollen vor Allem seelische und körperliche Schmerzen vermieden werden.
Die Glückseligkeit ermöglicht die Ausgeglichenheit für die Seele. Deswegen soll der Mensch philosophieren. Der Grund dafür ist, dass die Philosophie die Gesundheit der Seele und ihre Vollkommenheit gewährleistet. Das menschliche Streben nach Vollkommenheit ist also der Versuch, alle diese Mittel zu erreichen.
Ein freudvolles Leben nach Epikur bedeutet, dass der Mensch gleichbleibend zufrieden ist und keine Schmerzen oder Leid empfinden muss. Für Epikur ist das Leben gleichzusetzen mit dem Empfinden und der Tod mit dem Nicht-Empfinden. Aus diesem Grund braucht der Mensch keine Angst vor dem Tod zu haben, weil der Tod die Abwesenheit von Leid bedeutet.
Das Leben in der Gemeinschaft schließt auch gemeinsames philosophieren mit ein (Garten des Epikur). Dabei soll die Vernunft genutzt werden, um ein anständiges, vernünftiges und gerechtes Leben zu führen, welches mit Freude verbunden ist.